AFRIKA, FLÜCHTLINGE
In der Wüste ausgesetzt: Hunderte Flüchtlinge festgenommen und aus Marokko abgeschoben
Lotti
02 Jan 2007 00:53 GMT
(übersetz von Lotti)
last year
Mehr als 250 AfrikanerInnen aus dem subsaharischen Afrika wurden am 23.Dezember 2006 von der marokkanischen Polizei in verschiedenen Vierteln der Hauptstadt Rabat verhaftet. Unter den Festgenommenen sind Frauen und Kinder, Flüchtlinge und Asylsuchende. Danach wurden sie in sechs Bussen nach Oujda an der algerischen Grenze gebracht, begleitet von Armee. Gegen 11 Uhr abends überquerten die Busse die Grenze an verschiedenen Stellen und die MigrantInnen wurden in der Wüste ausgesetzt (Details unten im Text). Polizeispezialeinheiten hinderten UnterstützerInnen aus Oujda daran, zu den Abgeschobenen zu gelangen; deren Handys funktionierten mangels Netz dort nicht, so dass sie nicht kontaktiert werden konnten. Es wird befürchtet, dass die Festnahmen nur der Anfang einer weiteren Massenabschiebungskampagne nach Algerien, oder sogar in die Wüste, sind, ähnlich zu den Ereignissen im September/Oktober 2005.
Am 25. Dezember erreichten zwei weitere Busse die Polizeistation von Oujda, mit subsaharischen AfrikanerInnen aus Nador (einer anderen Stadt in Marokko). Dies bestätigt die Vermutung, dass es sich um eine landesweite Massnahme handelt, die von den Behörden für einen Zeitraum geplant war, in dem die meisten AktivistInnen nicht erreichbar waren.
Berichte Flüchtlingsrat Hamburg | No-Racism | migreurop
IMC Berichte Massenabschiebungen aus Marokko | Marokko: Neue Massenabschiebung
Erklärung von Attac Marokko (fr) | Presseerklärung der Vorsitzenden des Unterausschusses für Menschenrechte des Eur. Parlaments (fr, pdf)
Ältere Texte zum Thema EU/Marokko: Abschiebung in den Tod | Marokko: Viele weitere Tote | Ceuta/Melilla: Europäische Karawane 5./6.11.05 | 1000 MigrantInnen ohne Wasser in der Sahara | Die Odyssee der Helena Maleno
Nach Berichten von Attac Marokko und anderen Gruppen gelang es etwa 150 MigrantInnen, viele davon verletzt, bis zum Abend des 24. Dezember nach Oujda zurückzukehren. 100 bis 150 Menschen blieben also "in Regen und Kälte da draußen, ohn Essen". Den Festgenommenen wurde nicht erlaubt, irgendetwas mitzunehmen, einige trugen nur Unterwäsche. Unter ihnen sind sieben oder acht Kinder, davon vier unter zwei Jahren, und zwei schwangere Frauen (im fünften und siebten Monat), sowie Kranke, denen die Medikamente verweigert wurden. Von besonderer Bedeutung ist, dass mindestens 52 UNHCR-Papiere hatten, und die Entscheidung in 17 Fällen noch offen war. Ein besonderer Fall ist ein senegalesischer Geschäftsmann, der seit 2004 legal in Marokko lebt.
Mehrere Menschenrechtsorganisationn, darunter Attac, Association Beni Snassen pour la Culture, Le Développemeent et la Soidarité,Ärzte ohne Grenzen, CEI und AMDH leisteten Erste Hilfe und versorgten die Abgeschobenen mit 100 Decken und Essen. In mehreren Berichten wird beschrieben, dass dies völlig unzureichend ist und dringend sowohl Spenden als auch Öffentlichkeit nötig sind.
Am 24. Dezember wurden fünf MigrantInnen noch in der Polizeistation von Oujda festgehalten, ohne Erklärung dazu, warum gerade diese fünf ausgewählt worden waren. Es gab auch Berichte über zwei kongolesische MigrantInnen, Nsiku Yulu and Muntu Dimuru, die von der algerischen Polizei festgenommen wurden. Abends um halb zehn des selben Tages konnten 35 Personen ausfindig gemacht werden, und zwei weitere waren festgenommen worden.
Am 30. Dezember gab es weitere Massenfestnahmen in Layoun, eine Gruppe von 140 Menschen wurde zur algerischen Grenze abgeschoben. AktivistInnen von Menschenrechtsgruppen und von Attac waren vor Ort und versuchten, bei der Rückreise nach Rabat zu helfen. Dies gelang allerdings nur 4 von 54 Personen.
Mindestens vier Frauen wurden von entweder marokkanischen oder algerischen Polizisten vergewaltigt, außerdem wurde mit Stöcken und Peitschen geprügelt.
Die politische Ebene
In Marokko fand am 10./11. Juli 2006 eine Euro-afrikanische Ministerialkonferenz zu den Themen Migration und Entwicklung statt. Eins der Hauptthemen waren "Kooperationsprogramme" zum "Management der legalen und illegalen Migration" (Tagesschau-Beitrag). Gregor Noll schrieb in Open Democracy, dass "die Rabat Konferenz in Zukunft als die Gelegenheit erinnert werden wird, bei der einige afrikanische Regierungen auf das Geheiß der EuropäerInnen dieses Menschenrecht verkauften, für an Bedingungen geknüpfte Entwicklungshilfe". (Siehe dazu auch eine Presseerklärung der Eur. Kommission, einige Tage nach der Rabat-Konferenz und die Presseerklärung von Pro Asyl.) Nach einem Bericht von Reuters erhielt Marokko im August 76 Mio. Euro von der EU, um "dabei zu helfen, Migration zu managen, Grenzsicherheit zu verstärken und Menschenhandel zu reduzieren".
In einer Konferenz, die der Ministerialkonferenz Anfang Juli vorausging, einigten sich NGOs auf das sog. Manifest von Rabat (pdf). Darin heißt u.a.: "Wir, Akteurinnen und Akteure von Zivilgesellschaften Subsahara-Afrikas, Nordafrikas und Europas, versammelt zur euro-afrikanischen Nicht-Regierungs-Konferenz am 30. Juni und 1. Juli 2006 in Rabat, entrüstet über den Krieg gegen MigrantInnen, der sich verstärkt von Jahr zu Jahr entlang den Mittelmeer- und Atlantik-Küsten, lehnen die Aufteilung der Menschheit in diejenigen, die sich frei auf dem Planeten bewegen können, und diejenigen, denen das verboten ist, ab. Wir lehnen ebenso ab, in einer Welt zu leben mit mehr und mehr militarisierten Grenzen, die unsere Kontinente teilen und jede Gruppe von Ländern in eine Festung verwandeln wollen."
Nach den letzten Verhaftungen erklärte der Wali (Gouverneur) von Rabat, dass die Operation im Rahmen von "Marokkos Verpflichtungen" zu sehen ist, die bei der genannten Konferenz eingegangen wurden. Auch nach den marokkanischen Fernsehberichten zu urteilen hat es sich bisher um eine gutvorbereitete und -organisierte Aktion gehandelt, mit Presse und Bussen, die dem Anschein nach alle zur selben Gesellschaft gehörten. Darauf weist auch die Tatsache hin, dass die Abschiebungen während der Feiertage stattfanden und demzufolge viele AktivistInnen im Urlaub und schwer erreichbar waren.
Dezeit findet ein Medienkrieg in Marokko zwischen den Behörden und den NGOs statt, die die MigrantInnen unterstützen. Nach Berichten des 'Rates des subsaharischen MigrantInnen in Marokko' (pdf) begründen die Behörden die Abschiebungen und Festnahmen damit, dass 'illegale' MigrantInnen die Zäune von Ceuta und Melilla attackiert hätten, und zwar jeweils dann, wenn sich die NGOs mit Berichten über die Menschenrechtsverletzungen an die internationale Öffentlichkeit wenden.
immigration problem in morocco
moroccan citizen 01.Jan.2007 20:08
i do feel very bad for these immigrants who are trying to reach Europe for better life,why come to morocco??
we have enough problems to solve than bringing more people to our miserable country.
morocco is already crowded with 32 million people,we can not even find work for our selves.
please people,this is human tragedy,stay home or go somewhere else.
Moroccan immigrant in the USA
Layla 02.Jan.2007 15:16
Morocco cannot do it by itself; the other countries must help Moroccan government to help these unfortunate people. First the European countries blame Morocco for allowing these immigrant to breaking through the fence. Now they blame them for trying to keep immigrant from crossing to Europe. Please help, Moroccan people have their own problems. The unemployment is higher than ever. Please help Morocco to help these immigrant. I understand what they are going through because I am an immigrant myself.
Open borders for some, not all
Sara Kenney 02.Jan.2007 22:29
"We share indignation about the war that is increasingly being waged along the Mediterranean and Atlantic coastlines. We refuse the division of humanity between some who may freely move about the planet and some who may not. We also refuse to live in a world where borders are more and more militarised, dividing our continents and trying to transform every group of countries into a fortress."....
The few elite who can cross borders freely and move about the globe have it made. They work hand in hand with government to oppress the working people, whether they realize it or not. the growing divide between the working poor and the rich and priveleged is evident in this class war in morocco. Reminds me of the situation in Dubai, United Arab Emirates, where only 10% of the population is still native and over 50% of the population is made up of working poor, coming from all over the county to build up the city for the rich foreigners and elite oil profiteers, while living in poverty. These people are refugees from poverty, and they should not be turned away. Instead of spending money building gates and walls, spend it on migrant worker programs and ngos that actually help the problem instead of exacerbate it.
open the borders
moroccan citizen 03.Jan.2007 01:15
i can not believe what im reading about opening moroccan borders for more immigrants from the rest of Africa.
first morocco was 100% berber land,everything was fine until the Arabs came from the east under islam ambrella,and since then the country started sliding down the hill.
today the berbers are fighting just to preserve their own culture and language.
can you believe that the Arab government prohibits the berbers from naming their own new born children berber names??????
unemployment,deseases,crime,rape,corruption,etc..... is a daily common thing,go and see for your self,these are facts,and these so called human orgs are asking morocco to open the borders????
there is more than 30,000 subsaharians living in the woods and caves in morocco.
What would you do????
Africa has reached more than 700,000,000.people,ok lets open moroccan borders to just 100 million and tell me if i would not be eaten alive in the middle of the street.
Africa is a rich continent with all the natural resources you can imagine and we dont have squash in morocco,it is even hard to find piece of bread for your kids and you ask me to open the borders.
ask the west to open the borders.
people please leave us alone we have more crap to deal with.
unhuman treatment
Mohamed 06.Jan.2007 04:29
Regardless of the economic difficulties Morocco is facing, and regardless of the historical responsibility of the rich Nordic countries about the human tragedy of Africans in general, this is an unacceptable and outrageous treatment of immigrants by Moroccan authorities. It is against human rights, Islamic teachings and Moroccan traditions of hospitability. As a Moroccan, I condemn it and urge all international and national NGOs to intervene to help those people and put pressure on Moroccan government to stop deporting immigrants in that way.
Correcção
Amigo 07.Jan.2007 04:35
No título deve estar "Centenas" e não "Milhares"
desculpem o erro na tradução
agualva 10.Jan.2007 00:41
Sorry when I translated the text about migrants I write Milhares and the correct word is CENTENAS. If you can correct the word.Thank you. Desculpem por engano escrevi Milhares quando devia ter escrito CENTENAS. Corrijam por favor. Obrigado
traduzir
lingua 10.Jan.2007 19:23
After 2005 the number is thousands and not hundreds then the translation is correct and you can say Milhares.
politic about refugees in France
after sangatte 07.Feb.2007 08:40
You can watch one film and read newspapers when I lived with refugees in Calais during 10 days, this newspapers is how I feel what i have look in this town. I don't speak english very well may be somebody can translate my newspaper in english and may be arabic.you can watch this film about refugees condition by after.sangatte.free.fr
Solidarity. No Borders...
G 07.Feb.2007 23:07
Would it not be sane to link the No Borders mobilizations around the world with actual solidarity work regarding the people effected by these borders?
I don't mean waving a banner or writing some text. Theres a lot we can do to help and empower the people suffering due to the political economic dictators in control. Anarchist boast solidarity constantly but effective solidarity and mutual aid lyes in co-ordinating and supplying the means of subsistence and educational tools for change to those in desperate need of help. We live on the affluent side of this global apartied economy, lets send as much of it back as possible and try avail the means towards grass routes self help...