Argentinien und weltweit: Internationaler Tag der Arbeiterinnen

Keine Blumen, keine Pralinen, Widerstand und Kampf

 
Der heutige Tag erinnert an den Kampf der Arbeiterinnen der Firma Cotton in New York (1857), die 10 Stunden Arbeitszeit und einen freien Sonntag forderten. Die Bedeutung des Kapitals für das Leben der Menschen zeigte sein schrecklichstes Gesicht: Der Arbeitgeber beschloss die Fabrik in Brand zu stecken, um den Streik zu beenden und brachte damit 129 Arbeiterinnen um. Die sozialen Kämpfe in Argentinien und Lateinamerika zeigt die Situation von Tausenden Frauen, die mit ihren Aktionen und ihrem Widerstand ein Zeichen setzten.

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Der heutige Tag erinnert an den Kampf der Arbeiterinnen der Firma Cotton in New York (1857), die 10 Stunden Arbeitszeit und einen freien Sonntag forderten. Die Bedeutung des Kapitals für das Leben der Menschen zeigte sein schrecklichstes Gesicht: Der Arbeitgeber beschloss die Fabrik in Brand zu stecken, um den Streik zu beenden und brachte damit 129 Arbeiterinnen um. Die sozialen Kämpfe in Argentinien und Lateinamerika zeigt die Situation von Tausenden Frauen, die mit ihren Aktionen und ihrem Widerstand ein Zeichen setzten. Bauern kämpfen unermüdlich gegen die Landwirtschaftsreform und ihre Folgen. Täglich wird für öffentliche Bildung gekämpft. Hausfrauen sind unsichtbare Arbeiterinnen mit einem 24 Stunden Tag. Arbeiterinnen. Prostituierte. Soziale Kämpferinnen. Sie schweigen nicht. Sie sind Kinder des Widerstands. Sie widersetzen sich und kämpfen gegen die aufgezwungene Kultur und die Unterdrückung durch das Patriarchat. Dies ist ein Tag des Kampfes und des Widerstands.

Die Armut in den vergangenen Jahren betraf zunehmend die Frauen. 80 Prozent von 1,5 Millarden armer Menschen sind Frauen. Aber das ist nicht das letzte Problem, das die Frauen quält: die häusliche, staatliche und soziale Gewalt bringt Millionen Frauen um. Bei heimlichen Abtreibungen, die Tausende Frauen in unserem Land durchführen lassen, sterben ebenfalls täglich zwei Frauen. Auch sterben hier weiterhin Frauen an Gebärmutterkrebs, der durch regelmäßige Kontrollen, die nicht viel kosten (Colposcopie und Papanicolau), verhindert werden könnte. 40 Prozent der weltweit mit HIV/AIDS infizierten Menschen sind Frauen und die Tendenz zeigt, dass es immer mehr junge, arme und weibliche Menschen infiziert werden. In Afrika liegt die Rate der infizierten Frauen bei 60 Prozent. In Kriegsgebieten wurde der weibliche Körper für die Soldaten zu etwas wie einem Lieblings-Schlachtfeld geworden.

Trotzdem zeigen Frauen jeden Tag, dass sie nicht mehr geschlagen werden wollen, obwohl die Regierung genau auf das Gegenteil besteht. Anfang Mai 2006 ließen sich acht Blumenverkäuferinnen in San Salvador Atenco, México, nicht von der Polizei vom Marktplatz vertreiben. Diese Tatsache führte zu einem öffentlichen Aufstand. Das Volk forderte die Achtung ihrer Rechte. Die Repression war grausam und die Gewalt, die die bewaffneten Truppen und Sicherheitsbeamte gegen die Häftlinge anwandten, waren Vergewaltigungen und andere sexuelle Übergriffe und Demütigungen. In Mexiko gibt es auch die heldenhaften Frauen von Oaxaca, die während eines öffentlichen Aufstands die Medien übernahmen, um zu veröffentlichen, was in ihrer Stadt passiert. Viele von ihnen sind Vermisste, andere politische Gefangene, die weiterhin zu Unrecht in Haft sitzen. Sie mussten sexuelle Missbräuche durch die Bundespräventivpolizei ertragen.

In der Zwischenzeit verkündete die Regierung in unserem Land, das sich im Wahljahr befindet, lautstark die wirtschaftliche Genesung. Trotzdem sieht das in der Realität der Frauen etwas anders aus. Immer mehr Frauen sind arbeitslos oder unterbeschäftigt. Laut der Daten der OIT (Internationale Arbeiter-Organisation) erhalten Frauen 74 Prozent des Gehalts, das Männer bekommen. Das bedeutet, dass Männer 100 Pesos (30 US$) bekommen, während Frauen nur 74 Pesos (20 US$) erhalten. Gleichzeitig wird ein Drittel der argentinischen Haushalte von Frauen geführt. Das bedeutet, dass 3 Millionen Haushalte die nur 74 Prozent des Gehaltes zur Verfügung haben, die die restlichen 6 Millionen restlichen erhalten, nur weil sie Frauen sind.

Aus den Daten der OIT geht andererseits auch hervor, dass Frauen in der Wirtschaft überrepräsentiert sind. Das bedeutet, dass es bei der Schwarzarbeit mehr Frauen als Männer gibt. Darunter fällt auch die Arbeit als Haushälterin, unregistrierte Arbeit als Kindermädchen oder die Hausarbeit. Diese Arbeit ist für Arbeiterinnen reserviert. Ein deutlicheres Beispiel stellen die Maquilas dar. Firmen, die es vor allem in lateinamerikanischen Ländern gibt, in denen Tausende Frauen für ein lausiges Gehalt arbeiten. Dort werden vor allem Frauen angestellt, weil man glaubt, dass sie fügsamer sind und besser gehorchen. Die allgemeine Praxis in diesen Fabriken sieht so aus, dass Frauen entlassen werden, wenn sie schwanger werden. Und trotzdem organisieren sich die Frauen in den Maquilas, wahre Zentren der Sklavenarbeit, mehr für ihre Basisrechte wie ihr Recht unwissentlich schwanger zu sein, da sie sonst ohne Arbeit wären mit der sie gerade mit Ach und Krach über die Runden kommen.

Der 8. März ist Kampftag. Es ist der Tag der Arbeiterin. Vor allem ist es ein Tag des Widerstands kämpferischer Frauen. Es ist nicht der Tag, an dem die Frau als "das schöne Geschlecht" gefeiert wird, sondern ein Tag, an dem man sich erinnert, ihre Geschichte erzählt, die Saat all derer gestreut wird, die nach einer besseren Welt streben. Es ist der Tag derer, die sich täglich in den Kampf stürzen, obwohl sie wissen, dass der Feind mächtig ist, denn es ist nicht nur der Arbeitgeber, es ist nicht nur die Kirche, es ist nicht nur der Kapitalismus, sondern das Patriarchat, das akzeptieren kann, dass die Frau arbeitet, aber nicht akzeptieren kann, dass sie sich emanzipiert und definitiv befreit.

Weiterführende Informationen:

Internationaler Frauentag: Einen Schritt vorwärts, einen zurück + 8. März + Cordoba: Einladungsvideo zur Demo + 8. März: Internationaler Frauentag + 8. März: Keine Blumen, keine Pralinen, Kampftag + 8. März: Gewalt in den Medien: Leidenschaft macht blind + Madrid: Internationaler Tag der Arbeiterinnen

Aktionen:

Internationaler Frauentag: Aktionsplan + La Plata: Festival auf der Plaza San Martín + Cordoba: Radiosender auf der Plaza San Martín + Versammlung in Almagro + Demoaufruf für Frauen in Córdoba + Tribut an die Frau in Casa Grote + Demo zur Plaza de Mayo in der Hauptstadt + Río Ceballos, CBA: Gemeinschaftliche Wandmalerei + Universität Litoral: Woche der Frau + Vicente Lopez: Aktion zum internationalen Frauentag


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Rid 01.Aug.2007 01:23

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