BRD: Ekelhafte Eliten II

 

eliten
eliten


Weltwirtschaftskrise - Ekelhafte Eliten Teil II - Wie schon in Teil I der ekelhaften Eliten geht es um jene Firmen und Manager, die selber von anderen immer Eigenverantwortung forderten, aber natürlich nie bereit waren, sich selbst zu verantworten. Es handelt sich eben um typische Neoliberale. Einer dieser typischen Neoliberalen ist Heinrich von Pierer, der zum Beispiel mit seinem seltsamen Brokat-Geschäft und sonstiger Unterstützung alles tat, um der INSM von Gesamtmetallchef Kannegießer Geld zuzuschießen, damit diese Propaganda dafür machen konnte, dass die Schwachen, Kranken, Alleinerziehenden und Arbeitslosen zu verachtenswerten Objekten gemacht wurden.

Donnerstag, 29. Januar 2009 - Als Berater des Hartz-IV- und Agendakanzlers Schröder und der unerträglichen Merkel hat er wesentlichen Einfluss auf die deutsche Politik, vor allem aber auf die Sozialpolitik genommen. Er trägt persönlich die Schuld daran, dass es den Armen so schlecht geht und dass die Schere zwischen arm und reich so weit auseinanderklafft, dass sie wahrscheinlich nur noch durch eine Revolution geschlossen werden kann.
Er ist ein Mensch ohne Gnade, hat in seiner Firma der Bestechung und der Gründung einer gekauften Gewerkschaft nicht entgegengewirkt. Damit hatte er kein Problem. Recht und Gesetz gelten in Deutschland ja nicht für einen derartigen Hochkaräter. Der muss sich nicht vor dem Staat fürchten. Der ist der Staat oder sogar das Staatsziel.
Allerdings ging auch bei ihm der Krug nur so lange zum Brunnen, bis er brach. Pierer hatte sich überlebt. Keiner mehr mochte sein hässliches Gesicht sehen; seine Ansichten über andere Menschen, seine Überheblichkeit und Arroganz gingen immer mehr Leuten auf den Geist. Das war der Punkt, als selbst eine bayrische Staatsanwaltschaft ermitteln musste, weil sie im Material ertrank. Natürlich wird in Bayern richtig ermittelt.
Die Putzfrauen und Mitläufer wurden schnell bestraft. Der Herr des Konzerns, Mister Allwissend, der sogar den Klopapierverbrauch der Mitarbeiter gekannt und überprüft haben soll, konnte nichts nachgewiesen werden. Vielleicht sollte ihm auch nichts nachgewiesen werden. Es wäre doch zu peinlich wenn er über Schröder, Merkel und die Verstrickung und Käuflichkeit der Politik in Sachen INSM und anderer Lobbyisten geredet hätte.
Pierer bekam ein Ordnungsgeld, wie für Falschparken. Er wurde von der deutschen Justiz so behandelt, wie sie es mit den oberen Zehntausend, dem eigentlichen Abschaum, immer macht. Ihm wurde der Arsch geleckt. Und was macht dieser Heinrich von Pierer. Er erklärt öffentlich, dass er nicht schuldig sei. Ja klar. Das glauben wir ihm sofort. Richtig ist, dass er nicht schuldfähig ist, weil all die Neoliberalen Schuld immer nur bei anderen suchen, und richtig ist auch, dass er eigentlich lebenslänglich ins Gefängnis gehören würde, gäbe es eine Justiz in Deutschland. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
In den USA wurde Nicholas Cosmo von der Investmentfirma Agape World verhaftet. Der soll so schlau gewesen sein, die 350 Millionen Dollar seiner Anleger gar nicht erst den Gefahren der Börse ausgesetzt, sondern sie gleich selbst ausgegeben und verzockt zu haben. Ist eigentlich ja auch egal, weg wären sie doch auf jeden Fall gewesen. Wieder einmal ein Schneeballsystem. Wann werden die darauf kommen, dass alle Banken solche Schneeballsysteme sind.
Lustig ist in diesem Zusammenhang auch die Citigroup. Nachdem sie 45 Milliarden Dollar Steuergelder vom amerikanischen Bürger bekommen hat, kauft sie jetzt erst einmal einen neuen Jet für ihre Manager. Der kostet nur 50 Millionen - und schließlich gönnt man sich ja sonst nichts. Mal sehen was passiert, wenn sich die Citigroup ihren nächsten Nachschlag in Höhe von 35 Milliarden Dollar holt. Aber der Steuerzahler zahlt bestimmt gerne.
Schön sind auch die Herren von der AIG, die für 400 ihrer Manager nun 450 Millionen Dollar an Boni auszahlen. Kein Problem die AIG hat ja gerade erst 150 Milliarden Dollar vom amerikanischen Steuerzahler bekommen. Da muss man sich ja was gönnen. Klar ist auch welche Manager die Boni bekommen. Natürlich die, die die AIG in die Scheiße geritten haben. Die Helden von der Credit Default Swaps Front. Dafür wurden aber wenigstens die Unschuldigen entlassen.
Bevor allerdings die typische deutsche Schadenfreude aufkommt, bitte schön ruhig bleiben. Die seit Jahren in tiefroten Zahlen steckende Dresdner Bank, die gerade mit viel Steuergeld von der Commerzbank übernommen wird, zahlt ihren erfolglosen Akteuren 400 Millionen Euro an Boni. Ist es nicht reizend. Direkt aus dem Budget für Schulen und Kindergärten in die Hände gieriger Abzocker. Das ist CDU. Das ist Merkel wie sie leibt und lebt.
Wie bereits vorhergesagt, kommt nach Freddie Mac jetzt auch Fannie Mae mal wieder an der staatlichen Auftankstelle vorbei und holt sich 16 Milliarden. Aber nur für den nächsten Monat, denn eigentlich braucht sie weitere 50 Milliarden. Kein Problem. Immer rein mit dem Geld in morsche Fässer. Es sieht schön aus, wie es als Asche wieder herausläuft.
Zum Glück ist American Express ja jetzt eine Bank und kann auch an die staatliche Tankstelle. Aber im Moment sprechen sie erst einmal nur von 80 Prozent Gewinneinbruch und lassen die faulen Kredite faule Kredite sein. Aber sie werden sich bald beim Staat melden, da die amerikanischen Verbraucher nicht nur arbeitslos werden und ihre Häuser und Pensionen verlieren, sondern auch, weil immer weniger Menschen ihre Kreditkartenschulden bedienen können. Womit auch. Ihr Geld fließt ja als Subvention aus Steuergeld in die Banken und Versicherungen.
Frankreich und Deutschland werden wieder einmal die EADS stützen. Das ist schon eine liebgewordene Tradition, und da die USA und andere Länder mit ihren Flugzeugbauern das gleiche tun, wird der Wettbewerb weiterhin auf lange Zeit verhindert. Aber Sarkozy und Merkel brennt das Geld in den Händen. Sie müssen es einfach ausgeben. Wahrscheinlich will Merkel einmal sehen, dass die Schuldenuhr heißläuft und abbrennt.
Überhaupt ist Angela Merkel ein richtiger Spaßvogel. So hat sie doch tatsächlich angekündigt, dass sie so schnell wie möglich mit der Rückzahlung der Schulden beginnen will. Das ist klasse. Sie macht jeden Tag neue und erklärt was von Rückzahlung. Das ist fast wie in der Berliner Eckkneipe. Da kommt auch jeden Tag ein Typ vorbei, der ganz sicher nur heute sein Bier noch auf den Deckel, also als Kredit haben will. Morgen fängt er dann an, zurückzuzahlen. Diesen Morgen gibt es seit Jahren nicht. Gutmütige Wirte haben für solche Leute immer ein Bier übrig, aber eben auch nicht mehr.
Allerdings weiß Angela Merkel schon sehr genau, wie sie zurückzahlen würde, wenn sie denn zurückzahlen wollte. Mit Bundesbankgewinnen, die über einem bestimmten, wahrscheinlich sehr utopischen, Wert liegen, und natürlich mit zusätzlichen Steuereinnahmen. Na bitte. Sie wird zwar die Schulden nicht zurückzahlen, aber wir wissen, dass nach der Bundestagswahl zusätzliche Steuern kommen.
Wahrscheinlich wird das Atmen besteuert, vermutlich auch das selbständige Denken. Pro eigenem Gedanken 500 Euro. Das könnte ihr Ziel sein. Wenn es nicht so traurig und realistisch wäre, könnte man lachen. Sie wird sich nach der Wahl in ihrer vollen Gemeinheit unter dem Jubel der FDP und des sonstigen neoliberalen Packs zeigen.
( Teil I der ekelhaften Eliten:  http://www.duckhome.de/tb/archives/5158-Weltwirtschaftskrise-Ekelhafte-Eliten.html )
Geschrieben von Jochen Hoff  http://www.duckhome.de/tb/archives/5176-Weltwirtschaftskrise-Ekelhafte-Eliten-Teil-II.html

Ergänze diesen Artikel