Großbritannien: STAATLICHE REPRESSION

Wieder Indymedia Server von Polizei beschlagnahmt

 

Infos über die IMC Server Beschlagnahmung


Am 22. Januar 2009 beschlagnahmte die Polizei aus Kent einen Indymedia Server, der von UK Grid, einer Co-Location Einrichtung in Manchester gehostet und von der alternativen Medienplattform Indymedia UK betrieben wurde. Die Beschlagnahmung steht womöglich in Zusammenhang mit Artikeln auf Indymedia, die über das sogenannte "SHAC 7-Verfahren" berichteten. In diesem Verfahren wurden am 21. Januar sieben AktivistInnen der Kampagne "Stop Huntingdon Animal Cruelty (SHAC)" zu insgesamt 50 Jahren Haft

Die Polizei von Kent hatte am Morgen per Email an Indymedia UK verlangt, dass 2 Kommentare von der Seite entfernt werden, welche die Adresse des Richters Neil Butterfield im SHAC ("Stop Huntingdon Animal Cruelty") Verfahren enthielten und dass persönliche Daten des Autoren übermittelt werden sollen.

Die freiwilligen Indymedia UK Mitarbeiter hatten diese Informationen aber gemäß den Datenschutzkriterien von Indymedia UK bereits von der Seite genommen und waren somit nicht im Stande den Forderungen der Kenter Polizei nachzukommen. Indymedia als ein Open Posting Nachrichten Plattform speichert IP-Adressen nicht. Darüber hinaus wusste die Polizei, dass der besagte Server als Mirror benutzt wurde und deshalb nicht das Gerät sein konnte, auf den die Kommentare geschickt wurden. Trotzdem beschlagnahmte die Polizei den Rechner, der ihr von UK Grid übergeben worden war. Es gab keinen Durchsuchungsbefehl.

Dr. Lee Salter, Journalismus-Dozent an der University of the West of England, teilte Indymedia mit, dass: "Journalistisches Material rechtlich geschützt ist und die Polizei dürfe nicht mehr Informationen beschlagnahmen, als für die Ermittlungen notwendig sind. Mit der Beschlagnahmung dieses Servers erlangt sie nicht nur Informationen über Indymedia, sondern auch über völlig fremde Gruppen. Die Polizei sollte wissen, dass Indymedia keine persönlichen Details über die Autoren speichert. Es ist also anzunehmen, dass die Polizei willkürlich Informationen über Teilnehmer des Nachrichtenportals sammelt ".

Der Verlust des Servers hat die Infrastruktur Indymedia UKs erheblich beschädigt. Zahlreiche Websites, darunter auch das globale Indymedia Doku-Projekt, die neue Website von Indymedia London, La Soja Mata (eine anti-GM Soja Kampagne mit Fokus auf die Entwicklung Südamerikas), Transition Sheffield und eine kanadische Kampagne gegen die Olympischen Spiele 2010 wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die meisten konnten wieder hergestellt werden.

In Großbritannien wurden in der Vergangenheit schon mal Indymedia Server beschlagnahmt. Kurz vor Beginn des Europäischen Sozialforums 2004 in London wurde ein wichtiger Indymedia Server vom Hosting Unternehmen Rackspace beschlagnahmt. An dieser Aktion waren unter anderem ein italienischer Richter, ein US-amerikanisches Bezirksgericht und das FBI beteiligt.

Mit Durchsuchungsbefehl wurde 2005 der Server von Indymedia Bristol beschlagnahmt. Ein Freiwilliger von Indymedia Bristol wurde festgenommen, aber nie bestraft.

Wie die Male zuvor blieb Indymedia UK auch dieses Mal online. Das war wegen eines Mirror-Systems möglich, die dafür eingerichtet wurde, die technische Infrastruktur des alternativen Medienprojekts zu schützen. Trotz arbeitsintensiver Fehlerbehebung, die aufgrund der Beschlagnahmung erledigt werden mussten, werden die DIY-Medienaktivisten weiterhin eine Plattform für "Nachrichten direkt von der Straße " anbieten.

Infomationsblatt vom 24.01.2009 von der imc-uk Pressegruppe

Original: https://www.indymedia.org.uk/en/2009/01/419838.html

Infos über die IMC Server Beschlagnahmung


Am 22. Januar 2009 beschlagnahmte die Polizei aus Kent einen Indymedia Server, der von UK Grid, einer Co-Location Einrichtung in Manchester gehostet und von der alternativen Medienplattform Indymedia UK betrieben wurde. Die Beschlagnahmung steht womöglich in Zusammenhang mit Artikeln auf Indymedia, die über das sogenannte "SHAC 7-Verfahren" berichteten. In diesem Verfahren wurden am 21. Januar sieben AktivistInnen der Kampagne "Stop Huntingdon Animal Cruelty (SHAC)" zu insgesamt 50 Jahren Haft

Die Polizei von Kent hatte am Morgen per Email an Indymedia UK verlangt, dass 2 Kommentare von der Seite entfernt werden, welche die Adresse des Richters Neil Butterfield im SHAC ("Stop Huntingdon Animal Cruelty") Verfahren enthielten und dass persönliche Daten des Autoren übermittelt werden sollen.

Die freiwilligen Indymedia UK Mitarbeiter hatten diese Informationen aber gemäß den Datenschutzkriterien von Indymedia UK bereits von der Seite genommen und waren somit nicht im Stande den Forderungen der Kenter Polizei nachzukommen. Indymedia als ein Open Posting Nachrichten Plattform speichert IP-Adressen nicht. Darüber hinaus wusste die Polizei, dass der besagte Server als Mirror benutzt wurde und deshalb nicht das Gerät sein konnte, auf den die Kommentare geschickt wurden. Trotzdem beschlagnahmte die Polizei den Rechner, der ihr von UK Grid übergeben worden war. Es gab keinen Durchsuchungsbefehl.

Dr. Lee Salter, Journalismus-Dozent an der University of the West of England, teilte Indymedia mit, dass: "Journalistisches Material rechtlich geschützt ist und die Polizei dürfe nicht mehr Informationen beschlagnahmen, als für die Ermittlungen notwendig sind. Mit der Beschlagnahmung dieses Servers erlangt sie nicht nur Informationen über Indymedia, sondern auch über völlig fremde Gruppen. Die Polizei sollte wissen, dass Indymedia keine persönlichen Details über die Autoren speichert. Es ist also anzunehmen, dass die Polizei willkürlich Informationen über Teilnehmer des Nachrichtenportals sammelt ".

Der Verlust des Servers hat die Infrastruktur Indymedia UKs erheblich beschädigt. Zahlreiche Websites, darunter auch das globale Indymedia Doku-Projekt, die neue Website von Indymedia London, La Soja Mata (eine anti-GM Soja Kampagne mit Fokus auf die Entwicklung Südamerikas), Transition Sheffield und eine kanadische Kampagne gegen die Olympischen Spiele 2010 wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die meisten konnten wieder hergestellt werden.

In Großbritannien wurden in der Vergangenheit schon mal Indymedia Server beschlagnahmt. Kurz vor Beginn des Europäischen Sozialforums 2004 in London wurde ein wichtiger Indymedia Server vom Hosting Unternehmen Rackspace beschlagnahmt. An dieser Aktion waren unter anderem ein italienischer Richter, ein US-amerikanisches Bezirksgericht und das FBI beteiligt.

Mit Durchsuchungsbefehl wurde 2005 der Server von Indymedia Bristol beschlagnahmt. Ein Freiwilliger von Indymedia Bristol wurde festgenommen, aber nie bestraft.

Wie die Male zuvor blieb Indymedia UK auch dieses Mal online. Das war wegen eines Mirror-Systems möglich, die dafür eingerichtet wurde, die technische Infrastruktur des alternativen Medienprojekts zu schützen. Trotz arbeitsintensiver Fehlerbehebung, die aufgrund der Beschlagnahmung erledigt werden mussten, werden die DIY-Medienaktivisten weiterhin eine Plattform für "Nachrichten direkt von der Straße " anbieten.

Infomationsblatt vom 24.01.2009 von der imc-uk Pressegruppe

Original: https://www.indymedia.org.uk/en/2009/01/419838.html

Ergänze diesen Artikel

Double Standard for Policing in Manchester, UK

Roderick Russell 05.Mar.2009 14:47

Just to comment on the seizure of Indymedia's Manchester, UK server by the police on Jan 22 2009.

It is a matter of irony that while the UK Police should be so keen to suppress the Manchester-UK Indymedia site that the police in Manchester have been covering up my issue of death threats and intimidation for 5 years. The police in Manchester will not investigate my complaints properly, since I also allege (with multiple witnesses to corroborate) irregularities and a cover-up by members of the corporate establishment and a Manchester-based UK Cabinet Minister.

I published a summary of my story in Indymedia a year ago. Its URL is referenced below. On Jan 16 2009 I presented a research paper at McMaster University to the 30th World Congress on Economic Crime Prevention. My subject: Corporate Terrorism & Government Cover-up.