ARGENTINIEN: ARBEITERRECHTE

Angriff auf Zanon

 

Die ArbeiterInnen in der selbst-verwalteten Keramikfabrik Zanon werden erneut von der Regierung und Firmen angegriffen, die daran interessiert sind sie aus der südlichen Provinz Neuquen in Argentinien zu vertreiben. Seit 2001 leiteten die Angestellten erfolgreich die Fabrik, setzten ein Beispiel für die Arbeiterklasse weltweit, dass ArbeiterInnen ohne Chef oder Besitzer sogar noch besser produzieren und managen können. In den letzten vier Jahren kämpften die ArbeiterInnen gegen Räumungsklagen und Verfolgung, doch in den vergangenen Wochen wurden die BesetzerInnen von Regierung und Sicherheitstruppen, die den alten Besitzer der Fabrik repräsentieren gequält und entführt – dies erinnert an Argentiniens Militärdiktatur (1976-1983) in der 30.000 Menschen, überwiegend AktivistInnen in einem dreckigen Krieg verschwanden.

Am Freitag, den 4. März entführte eine Gruppe von 4 Personen (drei Männer und eine Frau) die Ehefrau eines Zanon-Arbeiters: Sie zwangen sie, in einen grünen Ford Falcon einzusteigen, einem Auto-Modell das auch Sicherheitstruppen während der Diktatur benutzten, was wieder an den dreckigen Krieg erinnert. Sie folterten sie und fügten ihr Schnittwunden im Gesicht, an den Händen, Beinen und auf der Brust zu. Sie erzählten ihr detailliert, wie sie ihr aufmerksam gefolgt waren und welche Informationen sie über ihre Bewegung hatten. Als Antwort darauf führte diese Frau, die vorher nie an einem Protest teilgenommen hatte, die Demonstration am Weltfrauentag in Neuqen.

Links: [1 | 2 | 3 | 4] Mehr Informationen: Indymedia Argentinien | Webseite von Zanon

Die Zanon ArbeiterInnen und die sozialen Bewegungen mobilisieren dafür, sich gegen Morddrohungen und Attacken zu wehren – berichtet der Regierung, dass die ArbeiterInnen und ihre Familien sich durch diese Drohungen nicht vertreiben lassen. Mehr denn je beweist die ArbeiterInnen-Bewegung mit der solidarischen Unterstützung aus Gemeinden und anderen Bereichen ihre Kraft mit dieser erfolgreichen Selbstverwaltung.

Am 8. März nahmen 5.000 Menschen an der Demonstration zum Regierungsgebäude in Neuquen teil, um die Fälle von Morddrohungen, physischen Attacken und Folter zu verurteilen. Zwischenzeitlich organisierten Menschenrechtsgruppen in Buenos Aires einen weiteren Protest vor dem provinziellen Regierungsbüro im Stadtzentrum.

Am Freitag, den 4. März entführte eine Gruppe von 4 Personen (drei Männer und eine Frau) die Ehefrau eines Zanon-Arbeiters: Sie zwangen sie, in einen grünen Ford Falcon einzusteigen, einem Auto-Modell das auch Sicherheitstruppen zu Entführungen von AktivistInnen während der Diktatur benutzten, was wieder an den dreckigen Krieg erinnert. Sie folterten sie und fügten ihr Schnittwunden im Gesicht, an den Händen, Beinen und auf der Brust zu. Sie erzählten ihr detailliert, wie sie ihr aufmerksam gefolgt waren und welche Informationen sie über ihre Bewegung hatten. Am Sonntag wurde die Frau erneut von der selben Gruppe in ihrer Wohung attackiert. Die Polizei hielt am Vordereingang des Hauses Wache, doch die Gruppe schlich sich durch die Hintertür.

Während die Männer ihr Schnittwunden zufügten drohten sie damit Raul Godoy, Zanon-Arbeiter und Generalsekretär der Keramiker-Gewerkschaft, Mariano Pedrero, den Anwalt der Gewerkschaft und einen anderen Arbeiter, Alejandro López zu ermorden. Bei der Pressekonferenz im Hotel Bauden (einem Hotel, das von den Angestellten selbst geführt wird) im Zentrum Buenos Aires berichtete López dass die Angreifer der Frau drohten: "Wir wollen, dass du mit blutverschmiertem Gesicht und Händen nach Hause gehst und Godoy und López erzählst, was mit ihnen geschehen wird, dass dies mit Zanon zu tun hat. Diese Gewerkschaft wird ausgeblutet.”

Vergangene Woche erhielten Godoy und López Morddrohungen per Telefon. Delegierte der Subway’s Wildcat Gewerkschaft, die vor kurzem nach wochenlangen Streiks eine 44 %ige Lohnerhöhung erkämpfte, erhielten auch Drohanrufe. Viele ArbeiterInnen drückten aus, dass diese Drohungen kein Zufall seien. Die Regierung zielt auf Zanon, weil sie das Beispiel für viele zurückeroberte Fabriken und Unternehmen ist, die beweisen, dass Besetzung und die Übernahme der Produktion eine Lösung für ArbeiterInnen ist, die ihre Arbeit verteidigen wollen. Sie sagten auch, dass es kein Zufall ist, dass die Delegierten von Subway auch Drohungen erhalten. Subway-ArbeiterInnen setzten ein Beispiel dafür, dass es für die Arbeiterklasse möglich ist für Lohnerhöhungen zu kämpfen, auch wenn das monatliche Durchschnittsgehalt in Argentinien bei 600 Pesos (200 Dollar) seit einem Jahrzehnt stagniert ist.

“Diese Regierung hat politische Gefangene in Caletta Oliva und überall im Land. Wir werden nicht warten bis bei Zanon jemand stirbt um dann auf die Straße zu gehen," sagte Elisa, eine Arbeiterin bei Brukman, eine Herrenbekleidungsfabrik in Buenos Aires, die von einer ArbeiterInnen-Kooperative geleitet wird. ArbeiterInnen von der Chilavert Druckerei, Bauen Hotel und anderen zurückeroberten Unternehmen nahmen ebenfalls an den Aktionen zur Verteidigung Zanons teil.

Subway-ArbeiterInnen, die die Wildcat Streiks organisierten drückten ihre Bereitschaft aus, Zanon zu verteidigen. "Zanon hat dabei geholfen ArbeiterInnen in Not zu koordinieren. Wir sind bereit, alles in unserer Macht stehende zu tun, um den Kampf unserer Compañeros in Neuquen zu unterstützen,” sagte Arturo, ein Delegierter von Subway. Organisationen mobilisierten am Mittwoch, den 16. März zu einer Karawane nach Neuquen.

Im Jahre 1908 gingen Frauen in Streik und besetzten in New York eine Textilfabrik. Das Management und die Besitzer sperrten die Frauen ein und setzten die Anlage in Brand. 129 Frauen starben in der Fabrik. "Fast einhundert Jahre später wird eine Frau der Arbeiterklasse gefoltert. Wir beschlossen, dass der Akt des Weltfrauentages (8. März) vor dem Provinzgebäude in Neuquen stattfinden sollte, um die Drohungen zu verurteilen und gegen Chefs und die Regierung zu protestieren, der Frauen foltert und sie ins Gefängnis steckt," erklärte eine Aktivistin der Frauenrechtsgruppe Bread and Roses.

Alejandro Lopez verkündete vor den Provinzbüros in Neuquen leidenschaftlich die Wichtigkeit sich gegen die Regierung und Sicherheitstruppen aufzulehnen auch wenn man Drohungen erhält. “Heute ist Weltfrauentag und ich will nur eines sagen, was uns dieres 8. März bedeutet. Die Frau eines Compañero, die entführt und gefoltert wurde hat beschlossen aufzustehen. Obwohl ihr ihre Angreifer erklärt hatten, wie sie ihr einen Monat lang nachgestellt hatten. Sie sagten ihr, dass sie ihre ganze Familie beschatteten - Mann, Tochter und Eltern. Obwohl sie ihr auf brutale und feige Weise Schnittwunden an den Armen, auf der Brust und im Gesicht zufügten um sie einzuschüchtern und nachdem sie aus dem Auto stieg, nachdem sie all das durchmachte, beschloss sie aufzustehen und ihre Angreifer so gut sie kann zu konfrontieren. Gestern (ein Tag vor dem Protest am 8. März) sagte sie den Zanon-ArbeiterInnen, dass sie heute die Demonstration nach Neuquen anführen wolle. Das ist keine Frage der Ehre. Dass diese Frau, die nie an einem Protest teilnahm heute die Demonstration am Internationalen Frauentag anführt, ist ein Triuph für die Zanon-ArbeiterInnen und alle anderen Compañeras in diesem Kampf.”

Die Zanon-ArbeiterInnen haben erklärt, dass sie den Kampf gegen diese Drohungen intensivieren und ihre Fabrik weiterhin verteidigen werden. Sie machen jedoch klar, dass sich nicht auf der Verliererseite befinden. "Wir haben eine Menge Feinde, die wir bekämpfen müssen - die Bosse, die bürokratischen Gewerkschaften, die provinzielle und die nationale Regierung. Wir werden nicht akzeptieren, dass diese nationale Regierung, die sagt sie respektiere Menschenrechte, ihre Augen vor diesen Morddrohungen und dem Fall einer Compañera verschließt, die verstümmelt wurde,” sagte López. Er fügte hinzu, "Vermutlich wird die Situation noch schlimmer, deshalb müssen wir noch intensiver kämpfen. Wir werden den Konflikt auf ein nationales und internationales Level bringen.”

Die Zanon-ArbeiterInnen haben sich selbst organisiert und leiten die Fabrik, steigern nach und nach die Produktion ohne Subventionen der Regierung. Sie haben über 200 neue MitarbeiterInnen angestellt. Sie haben gemeinsam mit Compañeros von Arbeitslosen-Organisationen und anderen sozialen Bewegungen die Fabrik vor fünf Räumungsbefehlen verteidigt. “Sie werden nicht gewinnen, indem sie uns bedrohen und uns sagen, dass wir keine Fabrik leiten können.” Die ArbeiterInnen sind darauf vorbereitet die Produktion vorübergehend zu stoppen und zu kämpfen. López beendet den Protest in Buenos Aires mit den Worten, “Wir sind in unserer Position sehr stark und wir werden keinen Schritt zurück machen - wir werden mit unserem Kampf für die Enteignung unserer Fabrik fortführen."

Ergänze diesen Artikel

how can I help?

estadounidense 14.Mar.2005 18:11

How can I best help stop this? Who can I write to, put pressure on, here in the US?

Email addresses for Argentinian Embassy in Washington, DC

d 14.Mar.2005 18:27

Sección Consular
 consular@embajadaargentinaeeuu.org

Sección Cooperación Internacional
 cooperacioninternacional@embajadaargentinaeeuu.org

Sección Cultural
 cultural@embajadaargentinaeeuu.org

Sección Económico-Comercial
 economicocomercial@embajadaargentinaeeuu.org

Sección Jurídica
 juridica@embajadaargentinaeeuu.org

Sección Política Externa
 politicaexterna@embajadaargentinaeeuu.org

Sección Política Interna
 politicainterna@embajadaargentinaeeuu.org

Sección Prensa
 prensa@embajadaargentinaeeuu.org

Agregaduría Agrícola
 agricola@embajadaargentinaeeuu.org

Agregaduría Financiera
 financiera@embajadaargentinaeeuu.org

Agregaduría Aeronáutica
 aeronautica@embajadaargentinaeeuu.org

Agregaduría Militar
 militar@embajadaargentinaeeuu.org

Agregaduría Naval
 naval@embajadaargentinaeeuu.org

Administración
administración@embajadaargentinaeeuu.org

Webmaster
 webmaster@embajadaargentinaeeuu.org

More info. on helping Zanon

upsidedownworld.org 15.Mar.2005 00:15

To sign a petition in support of Zanon workers, go to www.petitiononline.com/zanon/petition/html

For more information on worker-run factories in Argentina and how to help them check out: www.labase.org

Another great website run by Argentines on worker-run factories and businesses:
www.lavaca.org

To read another good article on the recent kidnapping of the Zanon worker:
 http://www.zmag.org/content/showarticle.cfm?SectionID=42&ItemID=7403

the picture

Per-Erik 27.Feb.2007 14:53

Quien tomo la foto? Necesito preguntar por poder usarla en un libro.