1. Mai 2007 - Wir wollen die soziale Revolution!

 
Von Milwaukee nach Wellington, von Paris nach Bueons Aires: 1. Mai 2007 - Strasse frei! Also, organisiert euch und bildet Banden. Wir haben eine Revolution zu gewinnen...

1886 demonstrierten in Chicago mehrere 100‘000 Menschen für den Achtstundentag. Am 3. Mai 1886 wurden in Chicago zwei Arbeiter von der Polizei getötet, worauf am 4. Mai eine Demonstration stattfand. Bei dieser Demonstration auf dem Haymarket wurde von Unbekannten eine Bombe geworfen. Sieben Polizisten wurden getötet und über 70 verletzt. Daraufhin schoss die Polizei in die Menge, tötete vier Arbeiter und verletzte viele. Nach diesen Ereignissen wurden sieben Anarchisten ohne jegliche Beweisgrundlagen verhaftet und zum Tode oder zu lebenslanger Haft verurteilt.

"Ich wurde hier in diesen Raum des Mordes angeklat und der Anarchie für schuldig erklärt. [...] Wenn die herrschende Klasse denkt, sie vernichte auch die Anarchie, indem sie einige AnarchistInnen hängt, hat sie sich schwer getäuscht. AnarchistInnen lieben ihre Prinzipien mehr als ihr Leben. EinE AnarchistIn ist immer bereit, für ihre Prinzipien zu sterben." Adolph Fischer in seiner Rede im Haymarket Prozess in Chicago bevor das Todesurteil vollstreckt wurde (1887)

:: Liste von Demonstrationen und Umzügen in der DeutschSchweiz
=> Übersicht im PDF von Gewerkschaftsaktionen in der DeutschSchweiz

Aarau: Umzug, 15.30 Uhr, Bahnhofsplatz

Basel: Revolutionärer Block, 9.30 Uhr, Messeplatz

Bern: Libertärer Block, 9.30 Uhr, Kram- und Gerechtigkeitsgasse

Biel: Demo, 16.45 Uhr, Bahnhofsplatz

Burgdorf: Platzkundgebung ab 16 Uhr auf der Brüder-Schnell-Terrasse (bei schlechtem Wetter in den Marktlauben).

Chur: Demonstration, 14 Uhr, Bahnhofsplatz

Grellingen (BL): Umzug, 13.45 Uhr, Bahnhof

Kreuzlingen: Umzug, 9.45 Uhr, Hauptzoll

Luzern: Demonstration, 17 Uhr, Kapellplatz

Olten: Umzug, 13.30 Uhr, Bifangplatz

Schaffhausen: Demonstration, 10.30 Uhr, Vorstadt

Solothurn: Demonstration, 14.45 Uhr, Gewerbeschulhaus

St. Gallen: Libertärer Block, 17.00 Uhr, Bahnhofplatz

Thun: Libertärer Block, 14.30 Uhr, Grabengut

Winterthur: Demonstration, 10.00 Uhr, Neumarkt

Zürich: Revolutionärer Block, Mühlesteg beim Central.
12.00 Uhr, Revolutionärer Treff, Kanzleiareal beim Helvetiaplatz (Diskussion, Handeln, Info's, Musik, Aktionen)
14.00 Uhr, Nehmen wir uns die Strasse! Beim Revolutionären Treff auf dem Kanzleiareal

:: Wir wollen alles!: Überregionale Kampagne zum 1. Mai
:: Heraus zum revolutionären 1. Mai!
:: Feature 2006 | 2005

1. Mai 07 Feature
1. Mai 07 Feature
:: Die Geschichte des Arbeiterkampftages

Die heutige Praxis des Feierns des 1. Mai lässt seine kämpferischen Ursprünge in Vergessenheit geraten: Ein Tag, der jedes Jahr aufs Neue erkämpft werden musste - gegen den Willen der Regierungen und Ausbeuter. Ein Tag an dem es zu unzähligen Demonstrationen, heftigen Streiks und blutigen Auseinandersetzungen kam. Eine der zentralen, aber umstrittenen Forderungen war die Einführung des Achtstundentags. Weder der arbeitsfreie 1. Mai noch der Achtstundentag sind heute überall verwirklicht.

Die Ursprünge des 1. Mais liegen in einem alljährlich begangenen Frühlingsfest und einer Feier zur Erinnerung an die Pariser Kommune von 1871, die jeweils im Mai stattfand. Im Jahre 1889 beschloss der Kongress zur Gründung der II. Internationalen in Paris eine internationale Kundgebung für den schon seit langer Zeit geforderten Achtstundentag. Die amerikanische Federation of Labour (AFL) hatte zuvor schon beschlossen, am 1. Mai 1890 eine Kundgebung durchzuführen, deshalb wurde dieses Datum auch für Europa gewählt. Doch schon Jahre zuvor fanden Demonstrationen an diesem Tag statt. 1886 demonstrierten in Chicago mehrere 100‘000 Menschen für den Achtstundentag. Am 3. Mai 1886 wurden in Chicago zwei Arbeiter von der Polizei getötet, worauf am 4. Mai eine Demonstration stattfand. Bei dieser Demonstration auf dem Haymarket wurde von Unbekannten eine Bombe geworfen. Sieben Polizisten wurden getötet und über 70 verletzt. Daraufhin schoss die Polizei in die Menge, tötete vier Arbeiter und verletzte viele. Nach diesen Ereignissen wurden sieben Anarchisten ohne jegliche Beweisgrundlagen verhaftet und zum Tode oder zu lebenslanger Haft verurteilt. In dieser Zeit war die Arbeiterbewegung stark im Aufwind. In England war die neue Gewerkschaftsbewegung sehr erfolgreich. Das Verbot der Sozialdemokratie in Deutschland wurde aufgehoben und jeden Tag traten mehr Menschen in Gewerkschaften und Parteien ein. In London gingen (jedoch erst am Sonntag, dem 4. Mai) 300`000 Menschen auf die Strasse, in Kopenhagen nahmen 40% der ArbeiterInnen an der Kundgebung teil und auch in anderen Ländern waren es tausende. Ganze Belegschaften nahmen an den Kundgebungen teil, weil ihre Arbeitgeber, aus Angst vor Streiks, im Wissen der Kampfbereitschaft der Arbeiter und Arbeiterinnen, die Betriebe gleich selber geschlossen hatten.

Diese erfolgreichen Kundgebungen, die den Willen und die Macht der Arbeiterklasse zeigten, stärkten das Selbstbewusstsein der ArbeiterInnen enorm. Eigentlich war nur eine einmalige Kundgebung geplant gewesen, doch der Erfolg war so überwältigend, dass der 1. Mai von da an jedes Jahr gefeiert werden sollte. Ab 1891 tauchten neue Forderungen auf: Das allgemeine Wahlrecht und ein Arbeitsgesetz wurden gefordert. Auch wurde gegen den Krieg protestiert. Die AnarchistInnen wollten den 1. Mai zum Gedenktag an die sieben unschuldig verurteilten Anarchisten von Chicago aus dem Jahre 1886 machen, zu einem Tag des Erinnerns und des Kampfes, für den Beginn eines Generalstreikes.

Mit den Jahren wurde der 1. Mai immer mehr zu einer Routineangelegenheit. Dennoch entfaltete er immer noch eine grosse Anziehungskraft. Die Menschen begingen den 1. Mai als Symbol für die Zukunft, als einen Einblick in die neue, selbstbestimmte Gesellschaft, die kommen sollte. Daher erstaunt es nicht, dass die Regierungen ihn für sich instrumentalisierten. Nachdem die Sowjetunion den 1. Mai ab 1917 feierte, ernannten die Faschisten in Deutschland, Italien und Spanien ihn zum offiziellen „Tag der nationalen Arbeit“. Danach wurde er auch von vielen anderen, demokratischen Staaten institutionalisiert. Die staatliche Anerkennung des Tages erfüllte seinen Zweck und nahm ihm seine Bedeutung und seinen kämpferischen Charakter.

An seinem 100. Jahrestag im Jahre 1990 war der 1. Mai in 107 Staaten offiziell anerkannt. Doch nur wenige zeigten Interesse daran, ihn als Kampftag zu feiern. Vor allem nicht die Sozialdemokratischen Parteien, die noch immer bestehen und heute in vielen europäischen Regierungen zu finden sind. Sie begnügen sich oft damit, mit Bratwurst und Cüpli ihre Vergangenheit zu feiern. Der 1. Mai bleibt jedoch etwas Besonderes: Ein arbeitsfreier Tag, der nicht durch das Diktat einer Religion, sondern durch den Willen und die Aktionen von unterdrückten und ausgebeuteten Menschen zustande gekommen ist. Es liegt, heute wie damals, an uns, den 1. Mai mit Forderungen zu verbinden und ihn als Kampftag zu feiern.

:: Der Kampf geht weiter...

Auch heute ist dieser Kampf noch bitter nötig - vielleicht sogar nötiger denn je! Viele Forderungen, welche die ArbeiterInnen in vergangenen Jahren gestellt haben, wurden nur bedingt oder gar nicht erfüllt. Reformen sollen uns das Gefühl von grossen Veränderungen vorgaukeln. In der Realität dienen sie aber stets der Aufrechterhaltung des Kapitalismus. Die Arbeitsbedingungen prekarisieren sich weiter.
Jüngere erfolgreiche Kämpfe wie die Proteste gegen den CPE-Arbeitsvertrag in Frankreich sollen uns motivieren! Denn auch heute noch bilden sich auf der ganzen Welt kämpferische, soziale Bewegungen gegen die Ungerechtigkeiten des Systems.

:: Indymedia - das emanzipatorische und unabhängige Mediennetzwerk

Das Open Publishing bei indymedia als form des direkten Zugriffs bricht die Grenze zwischen KonsumentInnen und ProduzentInnen; jedeR EmpfängerIn wird in einem kleinen Medium wie diesem auch zur/m potenziellen SenderIn. JedeR darf und soll sein gesellschaftliches Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht wahrnehmen und dadurch effektiv zu emanzipatorischen Veränderungsprozessen beitragen. indymedia ist damit immer auch teil der Bewegung, von der es berichtet. INDYMEDIA BIST DU!

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"Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen." Karl Marx

"Das Recht auf Wohlstand ist die soziale Revolution, das Recht auf Arbeit ist günstigstenfalls ein industrielles Zuchthaus." Pjotr Alexejewitsch Kropotkin

"Die Abschaffung der Kapitalsherrschaft, die Verwirklichung der sozialistischen Gesellschaftsordnung – dies und nichts Geringeres ist das geschichtliche Thema der gegenwärtigen Revolution. Ein gewaltiges Werk, das nicht im Handumdrehen durch ein paar Dekrete von oben herab vollbracht, das nur durch die eigene bewusste Aktion der Masse der Arbeitenden in Stadt und Land ins Leben gerufen, das nur durch höchste geistige Reife und unerschöpflichen Idealismus der Volksmassen durch alle Stürme glücklich in den Hafen gebracht werden kann." Rosa Luxemburg

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