Hotels für alle - Besetzung in Basel

 
In den vergangenen Monaten wurden in Basel mehrere besetzte Häuser geräumt und Menschen verloren ihren Wohnort. Parallel wurden seit Dezember 2006 immer wieder Häuser besetzt, die zum Teil seit Jahren nicht mehr genutzt oder weitervermietet werden. Die Räumungen erfolgten jedoch jeweils einige Stunden später. Nun wurde im Anschluss an die 1. Mai Demonstration ein seit über zwei Jahren leer stehende Hotel am Steinengraben 51 besetzt. [ Bericht | English ]

Am Donnerstagabend (03.05.2007) fand ein Gespräch zwischen dem Vorsitzenden der ZLV (Zentrale Liegenschaftsverwaltung), Andreas Kressler und der Regierungspräsidentin Eva Herzog, (Finanzdepartement), statt. Die Zuständigen für die Liegenschaft, teilten den BesetzerInnen mit, dass sie das Haus bis Sonntagabend, 24 Uhr zu verlassen hätten und drohten bei Nichtbefolgung ihrer Forderung mit einer polizeilichen Räumung. Die Besitzer behaupteten, das Gebäude sei unbewohnbar und berge Gefahren. Diese fadenscheinigen und unfundierten Gründe werden aber von den BesetzerInnen widerlegt. Das Gebäude ist den rechtlichen Grundlagen zufolge, (welche ein bewohnbares Gebäude folgendermassen definieren: sanitäre Einrichtung, Wasser, Strom und einen geschlossenen Raum für eine Küche) bewohnbar. [ Bericht ]

Am Sonntag, dem 6. Mai wird ab 11 Uhr ein Brunch vor dem Hotel stattfinden. Alle Interessierten, ob NachbarInnen, FreundInnen oder einfach nur Neugierige, sind herzlich eingeladen sich zu Informieren, zu Plaudern, gemütlich zu Essen und zu Trinken, und den Widerstand gegen eine allfällige Räumung vorzubereiten. Auch sonst ist mensch jederzeit willkommen.

In Basel sind die selbstverwaltete und besetzte Häuser wegen der Städtischen Repressionspolitk zur Rarität geworden. In den letzten Monaten wurden die Halle an der Baslerstrasse 336 in Allschwil, die Häuser an der Hagentalerstrasse 41- 45, die Häuser an der Voltastrasse 73- 85 und das Haus an der Lothringerstrasse 121 allesamt von der Polizei geräumt. Nur noch die Villa Rosenau bleibt bestehen. Die kulturelle und politische Arbeit in den besetzten Häusern ist der Kantonsregierung und der Polizei ein Dorn im Auge.

Die BesetzerInnen schreiben, dass sie auch "dazu bereit gewesen, einen Baufachfrau beizuziehen, die ein neutrales Gutachten über das Gefahrenpotenzial erstellen würde. Dass die Besitzer sich nicht einmal auf diese Mindestforderung von einer Abklärung einlassen wollten, stellt das ganze Gerede von Seiten [der Finanzdirektorin], Eva Herzog, (SP) und [dem Vorsitzenden der ZLV], Andres Kressler, in Frage. Es sind nämlich die SP und die ZLV, die sich bei anderer Gelegenheit für billigen Wohnraum stark machen. Auch deren Behauptung, sie seien grundsätzlich für Zwischennutzungen, kann inzwischen als scheinheilige Parole abgetan werden, wenn man sieht wie schnell sie sich mit plumpen Behauptungen aus der Affäre ziehen, wenn es wirklich einmal darum geht, Stellung zu beziehen. Wir werden unser Haus, das inzwischen schon gesäubert und eingerichtet ist und für viele Menschen als Wohn-, Kultur- und Lebensraum dient, nicht stillschweigend verlassen."

Also, besucht und unterstützt das besetzte Hotel in Basel. Wenn ihr vom Bahnhof her kommt, könnt ihr über das Heuwaage-Viadukt laufen, kommt dann zum Steinengraben, und könnt dann schon bald auf der rechten Seite das Hotel erblicken. Es ist kaum zu übersehen. Ihr könnt auch den Bus Nr. 30 bis zur Station Steinenschanze nehmen und dann in Fahrtrichtung weiterlaufen.

homepage:: http://switzerland.indymedia.org/ read more: http://ch.indymedia.org/demix/2007/05/48938.shtml

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